Was hat Klima mit Entwicklung zu tunEs ist nicht mehr zu übersehen, dass das Klima der Erde sich verändert. Extremwetter wie heiße, trockene Sommer oder Überflutungen nehmen auch hier in Deutschland zu. Seit Beginn der Industrialisierung ist die globale Durchschnittstemperatur um etwa 1 Grad gestiegen. Verursacht wird dieser Wandel durch eine Erhöhung von Treibhausgasen in der Atmosphäre, den Menschen zum Beispiel durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe hervorrufen. Was hat dieser Wandel mit Entwicklung und Gerechtigkeit zu tun, und was können Menschen in Niedersachsen zur Klimagerechtigkeit beitragen?

Beim Klimawandel handelt es sich um ein globales Problem. Dennoch bedarf es auch vieler kleiner und großer lokaler Schritte. Die Vereinten Nationen, aber auch viele Gruppen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt überlegen, wie sie die Treibhausgas-Emissionen und die damit zusammenhängende Erderwärmung reduzieren können. Verantwortlich für den zu hohen Ausstoß von Treibhausgasen sind seit Beginn der Industrialisierung bis heute vor allem reiche Industrienationen, die ihren wirtschaftlichen Wohlstand auf Basis von Kohle, Öl und Gas aufgebaut haben.


Verursacher*innen und Leidtragende


Von den Folgen des Klimawandels, sind alle Menschen betroffen. Jedoch nicht alle Menschen gleichermaßen oder zur gleichen Zeit. Manche sind besonders betroffen, weil sie zum Beispiel als Bewohner*innen eines Inselstaats den steigenden Meeresspiegel besonders heftig und frühzeitig spüren. Einige Staaten verfügen nicht über die finanziellen Ressourcen, um zum Beispiel landwirtschaftliche Schäden durch den Klimawandel auszugleichen. Dies ist auch historisch bedingt:


Über Jahrhunderte haben Länder des Globalen Nordens davon profitiert, Länder des Globalen Südens zu unterdrücken und wirtschaftlich auszubeuten. Diese Umverteilung von Macht und Ressourcen wirkt bis heute fort und trägt wesentlich dazu bei, dass Länder des Globalen Südens oft nicht mehr über die nötigen Ressourcen verfügen, um die Folgen des globalen Klimawandels abzufedern. Zugleich sind sie besonders auf wirtschaftliche Entwicklung und eine Verbesserung des Lebensstandards angewiesen. Doch die Modelle, die die Länder des Globalen Nordens für ihre wirtschaftliche Entwicklung verfolgen, beruhen auf übermäßigem Verbrauch durch einen nicht nachhaltigen Raubbau an Ressourcen und fossilen Brennstoffen. Wenn Länder des Globalen Südens diesen Modellen nacheifern, dann steigen die globalen Treibhausgas-Emissionen noch weiter.


Gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung

Daher tragen die Länder des Globalen Nordens eine wesentliche Verantwortung für die Eindämmung des Klimawandels. Einerseits müssen sie ihre eigenen Treibhausgas-Emissionen reduzieren, also „dekarbonisieren“. Andererseits müssen sie andere Nationen bei einer wirtschaftlichen Entwicklung ohne erhöhte Treibhausgas-Emissionen unterstützen, sowie bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels helfen. Die Vereinten Nationen kamen 2015 in Paris überein, dass dementsprechend alle Nationen eine gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung für die Begrenzung des Klimawandels haben. Die Staaten haben sich außerdem darauf geeinigt, dass der Klimawandel auf 2 Grad, wenn möglich jedoch auf 1,5 Grad begrenzt werden soll. Die möglichen Strategien dieses Ziel zu erreichen, sollen in den einzelnen Ländern verhandelt werden.

 

Foto: NASA Goddard Photo and Video / CC BY 2.0