Das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union ist weniger stark als seine beiden Südpartner vom Klimawandel betroffen, aber dennoch lassen sich die Folgen auch in Deutschland nicht leugnen.

Hauptstadt: Berlin
Regierungssitz: Berlin
Zahl der Einwohner: 82,3 Millionen
BIP/ Kopf: 34,400 US-Dollar
CO²-Verbrauch: 10,21 t/Kopf 

Die Bundesrepublik Deutschland liegt in Mitteleuropa und besteht aus 16 Bundesländern. Mit über 82 Millionen EinwohnerInnen ist Deutschland das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union und bei einer relativ kleinen Fläche von nur 360.000 km² einer der am dicht besiedelsten Staaten weltweit. Circa 17 % der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Die Geburtenrate ist eine der niedrigsten in der Welt, aber dafür ist die durchschnittliche Lebenserwartung mit 79,1 Jahren hoch. Nahezu 90 % der deutschen Bevölkerung lebt in den Städten. 11 % der Deutschen leben unterhalb der Armutsgrenze.

Naturräumlich einteilbar ist Deutschland in drei große Zonen: das norddeutsche Tiefland, die Mittelgebirge und im Süden die Alpen mit Alpenvorland. Klimatisch liegt es in der gemäßigten Zone und hat sowohl maritime als auch kontinentale Einflüsse. Durch die Lage ist die Flora hauptsächlich durch Laub- und Nadelwälder geprägt. Knapp 54 % der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Angebaut werden hauptsächlich Getreide, Kartoffeln, Mais, Äpfel, Raps und in den großen Flusstälern im Süden zumeist Wein.

Klimawandel in Deutschland

Auch in Deutschland ist die globale Erwärmung zu spüren, obwohl die Folgen nicht so offensichtlich sind wie in den Ländern des Südens. Der IPCC berechnete einen durchschnittlichen Temperaturanstieg bis 2100 von bis zu 4 Grad Celsius. Gleichzeitig wird mit 25 bis 40 % weniger Regen und der Anhäufung von weiteren Wettextrema gerechnet. Entscheidend wird hierbei vor allem die saisonale und regionale Verteilung von Niederschlag und Wärme sein. Im Sommer, also während der pflanzlichen Vegetationszeit, sorgen zunehmende Hitzeperioden und weniger Regenfälle für Trockenheit, im durchschnittlich wärmeren Winter hingegen wird es bis zu 40 % mehr regnen. Darüber hinaus sind stärkere Stürme zu erwarten und die Sturmfluten könnten bis zu 80 cm höher sein. Bereits jetzt treten häufiger Umweltkatastrophen und Extremwetterereignisse auf, wie z.B. die Elbe-Hochwasser 2002 und 2006 oder der Hurricane Kyrill 2007.

Fatale Folgen hätte der Meeresspiegelanstieg insbesondere an der deutschen Nordseeküste. Bei einem Anstieg von bis zu 1,4 m im globalen Mittel bis 2100 würden 88 % der Fläche Bremens und immerhin 30 % der Fläche Hamburgs betroffen sein. Durch Sturmfluten und Überschwemmungen drohen Erosion und Trinkwasserversalzung sowie die Verschlechterung der Böden. Das Ökosystem Wattenmeer ist massiv bedroht. Auch in Deutschland schmelzen zudem die Gletscher in den Alpengebieten, wovon der hydrologische Kreislauf und die Wasserwirtschaft im deutschen Alpenvorland betroffen sein werden.

Der Einfluss auf die Landwirtschaft ist spürbar. Einige Regionen Deutschlands können durch längere Vegetationsperioden zunächst eventuell profitieren. Bereits jetzt muss aber auch vielerorts in den Sommermonaten mehr bewässert werden. Hinzu kommen die zunehmenden unkalkulierbaren Wetterextreme, zum Beispiel Spätfröste, Sturm, Hagel und Hitze, die Ernten „auf einen Schlag" vernichten können. Darüber hinaus bringen die wärmeren Winter mehr Schädlinge hervor.

Logo WBE Symbol web

eine-welt-promotoren-button

 

30 Jahre Button