1Am 5. November lud der VEN Vorstand seine Mitglieder ein, um über das Geschäftsjahr 2020 zu berichten. Geschäftsführerin Katrin Beckedorf beschrieb das Jahr als herausfordernd. Sowohl die COVID19-Pandemie als auch der Wechsel in der Geschäftsführung forderten dem Team viel ab. Neben der Entlastung des Vorstandes wurde auch eine Satzungsänderung diskutiert, die die künftige Arbeit des Vereins erleichtern soll.

Geschäftsbericht 2020
Das Erliegen des Öffentlichen Lebens durch die COVID-19 Eindämmungsmaßnahmen führte insbesondere im ersten Halbjahr zum Stocken und / oder Erliegen der ehrenamtlichen Arbeit der Eine Welt-Szene in vielen Teilen Niedersachsens. Geplante Veranstaltungen und Netzwerktreffen konnten nicht oder nur eingeschränkt wie geplant in Präsenz durchgeführt werden. Somit fehlten auch Vernetzungsorte und Diskussionsräume. Die gesamte Kommunikation von Beratungsgesprächen bis hin zu Veranstaltungen musste auf Online-Formate umgestellt werden.
Dies traf insbesondere auch das Projekt weltwechsel Niedersachsen. Unter dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, diskutierten die Menschen in Niedersachsen vom 2. bis 22. November 2020 wie die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) hier und in anderen Teilen der Welt umgesetzt werden können. Trotz der erschwerten Bedingungen konnte weltwechsel Niedersachsen mit 41 Veranstaltungen mehr als 1.000 Menschen erreichen. Über 50 Vereine, Initiativen, Kollektive, kirchliche und staatliche Einrichtungen waren bei der Planung und Durchführung involviert.
2020 gelang es dem VEN, einen Mittelaufwuchs im Eine Welt-Promotor*innen-Programm durch mehr Bundes- und Landesgelder zu akquirieren. Damit konnten in den Regionen die halben Promotor*innen-Stellen aufgestockt werden und das Wirken der Regionalpromotor*innen in der Fläche erhöht werden. Die Geschäftsstelle in Hannover erhielt eine zusätzliche halbe Stelle zur Aufstockung der bestehenden Personalstellen für Globales Lernen und Migration.
„Trotz diverser Herausforderungen haben wir das Jahr sehr gut gemeistert. Wir können stolz sein, auf die vielen umgesetzten Aktionen und die geleistete Arbeit“, sagte Katrin Beckedorf. Das sahen auch die Mitglieder so und stimmten nach Vorstellung des Finanzberichtes für die Entlastung des Vorstandes. Sie regten an, in der Zukunft das Thema „Fundraising“ stärker in den Blick zu nehmen, um die Eigenmittel zu erhöhen. Dies sei nötig, um auch unabhängig von Fördergeldern arbeiten zu können; in Zeiten von starken Mittelkürzungen auf Bundesebene nötiger denn je.

Satzungsänderung
Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung stellte Muriel Herrmann vom Vorstand einen Antrag auf Satzungsänderung. „Man merkt dem Dokument auch an, wie lange es den Verein schon gibt“, sagte sie. So mussten diverse Formalia angepasst und etwa nicht mehr existierende Gremien gestrichen werden. „Eine hierarchische Ordnung des Vorstandes ist insbesondere für junge Menschen äußerst abschreckend. Wenn wir diese künftig auch erreichen wollen, müssen wir uns vom Titel der ersten und zweiten Vorsitzenden verabschieden“, erklärte Herrmann eine für sie wichtige inhaltliche Änderung. Dem stimmten auch die Mitglieder zu – demnach nach sind künftig alle Vorstandmitglieder gleichberechtigt. Auch über Begrifflichkeiten wurde diskutiert: So werden veraltete Wörter wie „Entwicklungsländer“ in der Neufassung des Dokumentes ersetzt.
„Sicher werden es nicht die letzten Änderungen an der Satzung sein“, kündigte der Vorstand an und lud die Mitglieder ein im kommenden Jahr gemeinsam weitere Änderungen zu diskutieren.