Es ist paradox: weltweit wird soviel Getreide wie noch nie geerntet. Es wäre genug da, um alle Menschen zu ernähren. Doch während wir im globalen Norden im Supermarkt tatsächlich wie selbstverständlich täglich aus vollen Regalen und einem vielfältigen Angebot wählen können, hungern wieder mehr Menschen, vor allem im globalen Süden. Rund 820 Millionen, und damit fast jeder 9. Mensch. Laut UNICEF leidet weltweit sogar etwa jedes vierte Kind an chronischer und einseitiger Unterernährung, dem sogenannten „versteckten Hunger“.

Was also läuft schief? Und was hat Niedersachsen, was haben wir mit dem Hunger auf der Welt zu tun?

Erstmals seit der Jahrtausendwende steigt die Zahl der hungernden Menschen wieder an. Eines der zentralen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (engl.: Sustainable Development Goals, SDG), die sich die globale Staatengemeinschaft 2015 gesetzt hat, rückt damit in weite Ferne: das Ende des weltweiten Hungers bis 2030.

Vor allem in Afrika südlich der Sahara und in Südasien ist Hunger weit verbreitet. Besonders schlimm ist die Lage auf dem Land, dort leben drei Viertel aller Hungernden. Betroffen sind die Familien von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Viehhirten, indigenen Bevölkerungsgruppen sowie landlosen Tagelöhner. Innerhalb dieser Gruppen hungern besonders Frauen und Mädchen: 60 Prozent der Hungernden weltweit sind weiblich.

Hunger ist ein vielschichtiges Problem und hat viele Ursachen.