Auch wenn der prozentuale Anteil des Fairen Handels am Gesamtumsatz noch sehr gering ist, wirkt der Faire Handel gesellschaftspolitisch auch im Globalen Norden.

Gesellschaftliche Akzeptanz

Mit seiner Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hat der Faire Handel das Bewusstsein um globale Zusammenhänge gestärkt und auch das Einkaufsverhalten der Menschen positiv verändert.

Eine der sichtbarsten Veränderungen in diesem Zusammenhang sind die steigenden Umsatzzahlen und die Präsenz einer immer breiteren Palette fair gehandelter Produkte nicht nur in den Weltläden, den Fachgeschäften des Fairen Handels, sondern auch im konventionellen Einzelhandel.

Faire Beschaffung

Faires Einkaufen spielt aber nicht nur für Privatpersonen eine Rolle, sondern auch bei der öffentlichen Beschaffung. Hier hat der Fairer Handel im Verbund mit anderen Initiativen aus dem Bereich Umwelt, Entwicklungspolitik und Unternehmensverantwortung zu einem Bewusstseins- und Handlungswandel beigetragen.

Seit 2014 ist eine neue, für die öffentliche Vergabe zentrale Richtlinie der Europäischen Union in Kraft. Hierin wird die Berücksichtigung umweltbezogener und sozialer Kriterien in öffentlichen Ausschreibungen und Vergabeverfahren ausdrücklich gestärkt.

Die Bundesregierung erleichert mit ihrer nationalen Vergabeverordnung zwar nun das nachhaltige Einkaufen, es ist aber weiterhin nicht Pflicht. Anders als in anderen Bundesländern, ist auch in Niedersachsen die faire Beschaffung der öffentlichen Hand nachwievor freiwillig.

Allerdings gehen zahlreiche Kommunen mit gutem Beispiel voran und verwenden Produkte, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien hergestellt worden sind. Die faire öffentliche Beschaffung ist auch ein entscheidendes Kriterium der Fairtrade-Towns Kampagne.

Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette

Verantwortung LieferketteSkandale, Brandkatastrophen, aber u.a. auch die Kampagnen des Fairen Handels haben den Blick auf die Situation derjenigen Menschen geschärft, die im Globalen Süden Waren für uns produzieren. So müssen sich auch  konventionelle Unternehmen, so u.a. im Textilbereich, stärker als bisher mit den Herstellungs- und Arbeitsbedingungen entlang der eigenen Lieferkette beschäftigen, denn Zivilgesellschaft und Konsument*innen hinterfragen Produktionsbedingungen immer mehr und fordern die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien.