8 menschenwürdige Arbeit und WirtschaftswachstumGlobalisierte Wirtschaftsstrukturen führen zu Lücken im Menschenrechtsschutz. Der rohstoffreiche Süden ist überwiegend Lieferant für die Unternehmen im Norden. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, Umweltkatastrophen und schweren Menschenrechtsverletzungen. Arbeits-, Sicherheits- und Umweltstandards entlang der Lieferketten werden selten eingehalten. Die Pflicht, die Menschenrechte zu schützen, liegt grundsätzlich beim Staat, doch kommt Unternehmen ebenfalls eine Verantwortung zu, gerade da, wo der staatliche Schutz ausbleibt.  Bis 2030 soll die Ressourceneffizienz weltweit verbessert werden, es wird eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung angestrebt, ebenso wie produktive Vollbeschäftigung, menschenwürdige Arbeit und gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit unabhängig von Geschlecht, Alter und Behinderungen eines Individuums. Zudem müssen Zwangsarbeit und moderne Formen der Sklaverei und des Menschenhandels sofort bekämpft werden. Der Faire Handel leistet hier einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einem anderen Wirtschaftssystem mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. 
 
 
1. Wie möchte Ihre Partei den Fairen Handel - bei dem menschenwürdige Arbeitsbedingungen gefördert werden - in der Kommune stärken?
2. Wenn die Stadt Fairtrade Town ist: Welche Auswirkungen hat die Auszeichung als 'Fairtrade Town' für das Handeln der Stadt, wie wird das kommuniziert, wie werden die Bürger:innen 'mitgenommen'?
3. Gibt es konkrete Pläne (z.B. Monitoringsysteme, anspruchsvolle Ziele, Schaffung einer Kompetenzstelle), die öffentliche Beschaffung stärker nach ökologisch und sozialen Kriterien auszurichten?
4. Was werden Sie für die integrative Unterstützung von (u.a. auch saisonalen) Arbeitsnehmer:innen aus der EU tun? Wäre hierfür u.a. das Angebot einer speziellen Beratungsstelle sinnvoll?  Werden Sie sich gegen menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse einsetzen? Mit welchen Mitteln?
5. Welche Überlegungen oder konkreten Pläne gibt es zukunftsfähige Wirtschaftsmodelle (z.B. kooperative Ökonomien: Repair, Sharing-Modelle, Gemeinwohlökonomie) in der Stadt zu fördern?