Beispiel Nigeria/Westafrika: Das Nigerdelta im Süden des Landes beherbergt 31 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen leben in ländlichen Gebieten, bauen Yams und Maniok an und fischen in dem verzweigten, größten Mangrovenwald und Flussdelta Afrikas. Es ist darüber hinaus Heimat zahlreicher vom Aussterben bedrohter Tierarten wie dem Sumpfkrokodil, dem Manati und dem Zwergflusspferd. "Die biologische Vielfalt des Nigerdeltas ist von großer regionaler und globaler Bedeutung", so die Weltbank.

autobahnWir sind Erdöljunkies: Das „schwarze Gold" steckt in einer Unzahl unserer Alltagsprodukte, ist Garant unserer rasant gestiegenen Mobilität und hält auch die Maschinerie der globalen Lebensmittelproduktion am Laufen. Man kann Erdöl auf unterschiedliche Temperaturen erhitzen und erhält damit eine große Palette an Weiterverarbeitungsmöglichkeiten: 90% aller in Deutschland hergestellten chemischen Produkte sind auf Ölbasis. Die beliebte PET-Flasche besteht aus nahezu 100% Erdöl. In den meisten Kleidungsstücken befindet sich mindestens ein ölbasierter Kunststoff. Synthetische Düngemittel für die industrielle Landwirtschaft sind ohne Erdöl undenkbar.

Erdöl ist ein immer knapper werdendes Gut. Die Preissteigerungen der jüngeren Vergangenheit und ein weiteres erwartbares Klettern des Ölpreises in der Zukunft machen Erdöl zu einer der begehrtesten Ressourcen überhaupt. Zur Sicherung der globalisierten Güterindustrie, für die Mobilitätsbedürfnisse einer rasch wachsenden Zahl an Menschen, die mit dem Auto oder dem Flugzeug unterwegs ist, sind immense Mengen an Erdöl nötig Gegenwärtig werden ca. 30 Milliarden Barrel jährlich gefördert (ein Barrel sind ca. 158 Liter), das sind 1.000 Fässer pro Sekunde! Der Zugriff auf diesen Rohstoff geschieht nicht immer friedlich. Es kann dabei zu Konflikten um den Zugang zu den Ölfeldern geben, häufiger sind jedoch Konflikte aufgrund der ökologischen Folgen, die die Ölindustrie hinterlässt.

"Es ist ein Zeichen der Weisen, dass sie Dinge verlassen, bevor sie von den Dingen verlassen werden." (Baltasar Gracián) Der Autor von „Die Grenzen des Wachstums", Dennis Meadows, mahnt: „Es wird einfach zwangsläufig so sein, dass der Konsum fallen wird. Etwas, was nicht mehr da ist - wie etwa billiges Öl - kann man nicht verbrauchen. Wir müssen uns daher bemühen, dass die Anpassung zu geringerem Konsum geordnet und nicht chaotisch verlaufen wird.

Der Ölkonzern Chevron-Texaco hat in den siebziger und achtziger Jahren nach eigenen Angaben über 68 Milliarden Liter ölverseuchte Abwasser in den ecuadorianischen Amazonasregenwald, in die Flüsse und auf die Felder verklappt. Die ökologischen, sozialen und ernährungsbezogenen Folgen sind für die dort lebenden indigenen Völker verheerend. Zwei indigene Gruppen sind dort bereits aufgrund der Tätigkeiten der Ölindustrie ausgerottet. Die Verletzungen der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte ist eklatant, so ist z.B. die Krebsrate zweieinhalb Mal so hoch wie im Durchschnitt Ecuadors, die Vertreibungen der Menschen gefährden ihre verbrieften Rechte auf Wohnen, Ernährung, sauberes Trinkwasser und kulturelle Entfaltung.

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