Der Klimawandel findet statt und er geht mit dramatischen Veränderungen für die Menschheit einher! Diese Aussage wird von so gut wie niemandem mehr bezweifelt, seit der Weltklimarat (IPCC) im Jahr 2007 seinen Bericht herausgegeben hat. Die Klimaforscher_innen haben darüber hinaus eindringlich verdeutlicht, dass die Klimaerwärmung auch auf menschliches Handeln zurück zu führen ist und dass die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf maximal 2 °C entscheidend ist, um die Auswirkungen noch bewältigen zu können.

Ursachen und Folgen sind dabei extrem ungleich verteilt. Für den Großteil der klimaschädlichen Emissionen sind die Länder des Nordens verantwortlich: Ungefähr 58 % des im 20. Jahrhundert produzierten Kohlendioxids wurden in Europa und den USA erzeugt (Quelle: World Resources Institute). Jede_r Deutsche produziert im Durchschnitt zehn bis elf Tonnen CO2 im Jahr - ein Mensch in Tansania hingegen lediglich 0,1 Tonne (Quelle: IEA 2006). Die von Menschen verursachten Treibhausgase entstammen unterschiedlichen Quellen. In Deutschland zählt der Energiesektor mit 37 % zu den Hauptursachen, gefolgt vom Verkehr mit 17 %. Haushalte und Industrie sind mit jeweils 11 % und Gewerbe/Handel/ Dienstleistungen mit 5 % beteiligt (Umweltbundesamt 2005). Global betrachtet spielt zudem die Umwandlung großer Wälder in landwirtschaftliche Nutzflächen eine wichtige Rolle.

Die Entwicklungsländer sind bislang in geringem Maße an der Verursachung der globalen Klimakatastrophe beteiligt, jedoch von den Auswirkungen besonders betroffen. Zumeist verfügen sie aber nicht über die Infrastruktur und Ressourcen zur Anpassung. Klar ist: jede noch so gute Anpassungsmaßnahme an die Folgen des Klimawandels wird auf Dauer nicht ausreichen, wenn wir globalen Treibhausemissionen nicht massiv verringern.

Die wirtschaftlich ärmsten Menschen sind besonders verletzlich. Dazu zählen neben indigenen Gruppen, Alten und Kindern insbesondere auch Frauen. Damit ist der Klimawandel Ausdruck und Verstärker der globalen Machtverhältnisse. Zu den für die menschliche Entwicklung entscheidenden Auswirkungen des Klimawandels zählen insbesondere:

  • Dürren oder aber sintflutartige Niederschläge mit Überflutungen, die die Ernährungssicherheit beeinträchtigen,
  • eine zunehmend prekäre Wasserversorgung durch z.B. veränderte Abflusswege, das Abschmelzen der Gletscher usw.,
  • das Ansteigen des Meeresspiegels und die größere Anfälligkeit gegenüber Wetterextremen und Klimakatastrophen,
  • die Gefährdung der Ökosysteme und der Artenvielfalt,
  • gesundheitliche Risiken, wie z.B. die Zunahme von Malaria und Denguefieber oder auch durch Hitze- und Kältewellen ausgelöste Stresssituationen mit Todesfolgen.

Ein Temperaturanstieg um drei bis vier Grad Celsius könnte bedeuten, dass 330 Mio. Menschen wegen Überschwemmungen ihre Heimat vorübergehend oder auf Dauer verlassen müssen. Zugleich wird eine Ausbreitung der Dürregebiete südlich der Sahara bis zum Jahr 2060 um 60 bis 90 Millionen Hektar prognostiziert und die Anzahl derer, die in wasserarmen Gebieten leben, könnte bis 2080 um 1,8 Mrd. Menschen ansteigen. Das landwirtschaftliche Potenzial Afrikas - so wird prognostiziert - könnte bis zum Jahr 2080 um ca. 17 % zurückgehen und damit der Anteil, der an Unterernährung leidenden Menschen im gleichen Zeitraum um 600 Millionen zunehmen. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.: Zusammenfassung. Bericht über die menschliche Entwicklung 2007/2008: www.dgvn.de/un-berichte.html)

Klar ist: jede noch so gute Anpassungsmaßnahme an die Folgen des Klimawandels wird auf Dauer nicht ausreichen, wenn wir globalen Treibhausemissionen nicht massiv verringern.