Wie könnte eine zukunftsfähige Nutzung von Ressourcen aussehen?
Wie ist es zu schaffen, dass die Rohstoffe des begrenzten Planeten Erde auf eine gerechte, sozial verträgliche und ökologisch nachhaltige Weise genutzt werden? Ist dies überhaupt denkbar? Während sich immer mehr Menschen, Initiativen und Organisationen für eine zukunftsfähige und transparente Ressourcennutzung einsetzen, nimmt die Konkurrenz zwischen Nationen und Wirtschaftsräumen zur zukünftigen Sicherung des weltweiten Rohstoffzugangs weiter zu.
Und Europa wie auch Deutschland formulieren ihre Interessen: Die Europäische Union hat, ebenso wie Deutschland, nationale und regionale Ressourcen-Strategien entwickelt, die den Kurs für eine langfristige Politik und Interessensdurchsetzung bestimmen soll. Die Rohstoffstrategie der Bundesregierung von Oktober 2010 ist von Nichtregierungsorganisationen ins Visier der Kritik geraten. Einerseits richte sie sich einseitig auf wirtschaftliche Interessen, unter Nichtbeachtung entwicklungspolitischer, menschenrechtlicher und ökologischer Belange, andererseits fände sie hinter verschlossenen Türen statt, anstatt den Dialog mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu suchen.
Hier finden Sie die Rohstoffstrategie der Bundesregierung. Hier finden Sie die das Positionspapier „Anforderungen an eine zukunftsfähige Rohstoffstrategie“, die von zahlreichen Organisationen mitgezeichnet wurde.
Sicher: Die Rohstoffindustrie kann Arbeitsplätze schaffen und zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen, bzw. einer Wohlstandsmehrung beitragen. Die Realität ist jedoch noch weit davon entfernt. Gegenwärtig nutzen die alten und neuen Industrieländer ihr wirtschaftspolitisches Gewicht zu ihrem eigenen Vorteil und Millionen von Menschen tragen die Folgen des globalen Runs auf die Ressourcen. Die zentrale Frage ist: Wie gelingt es, ökonomische, ökologische, soziale und politische Aspekte einer Welt-Rohstoffnutzung zu vereinbaren und effektiv durchzusetzen?
Die Maßnahmen für eine nachhaltige Welt-Rohstoffpolitik können in drei Schritten zusammen gefasst werden
1.Handel mit Rohstoffen/Handelsabkommen gerecht und transparent gestalten durch rechtlich bindende Regeln, Finanzspekulationen begrenzen, umfassende Zertifizierungen entlang der Produktionsketten einführen
2.Menschenrechte der lokalen Bevölkerung entlang der Produktionskette sichern, Leitplanken sind hier sowohl die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte wie das Recht auf Ernährung, Gesundheit, kulturelle Entfaltung und würdige Arbeit als auch demokratische/politische Rechte wie Meinungs- und Pressefreiheit, demokratische Wahlen und Beteiligung der Bevölkerung an für sie relevante Entscheidungen
3.Anpassung unseres Lebensstils im globalen Norden, Verbrauchsgrenzen setzen, Energieverbrauch „ökologisieren“ und mindern, sukzessive, aber konsquente Umstellung auf eine zukünftige Zivilisation ohne billiges Erdöl
Der Bereich „Positionen + Forderungen“ geht näher auf die hier kurz genannten Maßnahmen ein.





