Der Klimawandel

"Die größte vor uns liegende Herausforderung besteht darin, angesichts des Klimawandels und der Konkurrenz um Wasser die Wasserressourcen so zu bewirtschaften, dass der zunehmende Nahrungsmittelbedarf gedeckt werden kann und gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Armen und Schwachen in der Gesellschaft Zugang zu Wasser haben", so der Bericht über Menschliche Entwicklung des UN-Entwicklungsprogramms UNDP (2006).

 

Weltweit verschärft sich die Konkurrenz um die Nutzung der endlichen Ressource Wasser. Gerade die Menschen in den ärmsten Ländern, die nicht von den materiellen Vorzügen einer industrialisierten Welt profitieren, leiden am meisten unter den Folgen der auf Kohlenstoff basierenden Güterproduktion. Der Klimawandel ist dabei kein Zukunftszenario, sondern bereits Realität. Der VEN wollte diese Tatsache mit konkreten Aussagen füllen und lud dazu Kleinbäuerinnen aus Bolivien und Tansania ein. Sie berichteten von gravierenden klimatischen Veränderungen wie unberechenbaren Regen- und Trockenzeiten, nie da gewesenen Dürren und Überschwemmungen. Die Frauen legten auch dar, dass den Menschen in ihrer Heimat die Kapazitäten, sich den neuen Umständen anzupassen, komplett fehlen. Die Portraits und Aussagen der Frauen finden Sie in unserem Bildband „Frauen stärken - Klima wandeln" (für 5,- Euro), Infos unter http://www.ven-nds.de/index.php/projekte/frauen-und-klima/materialien/168-projektmaterialien.html

 

Die Folgen des Klimawandels auf die globale Wassersituation sind vielschichtig.

Mit der Gletscherschmelze in den großen Gebirgen ist die wichtigste und zuverlässigste Süßwasserquelle und Quelle der Flüsse gefährdet (z.B. Himalaya, Anden, Kilimandscharo) Regenwaldgebiete drohen auszutrocknen (z.B. Amazonasgebiet), dies zieht eine Verschiebung der Weltwetterstrukturen nach sich und eine abnehmende Fähigkeit des Waldes, Kohlendioxid zu binden - ein Teufelskreis. Regenzeiten verschieben sich oder bleiben aus, so dass die Zeiten von Aussaat und Ernte nicht mehr berechenbar sind.

 

Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung PIK stellt fest: „Während die globale landwirtschaftliche Produktion in wärmeren Klimaverhältnissen nicht notwendigerweise zurückgehen muss, wird es in ärmeren und warmen Ländern aufgrund von Wasserknappheit und Wetterextremen zu Ernteeinbußen kommen. Die Wasserversorgung größerer Städte wie Lima ist gefährdet, wenn Berggletscher abschmelzen". Faktenblatt zum Klimawandel: www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Other/klimawandel_fact_sheet.pdf

 

Das international geforderte Ziel, den CO2-Ausstoß soweit zu reduzieren, dass die menschengemachte Erderwärmung nicht mehr als 2°C beträgt, rückt derweil in weite Ferne. Gründe dafür sind das Scheitern der UN-Klimakonferenzen seit Kopenhagen, bzw. der fehlende Wille der Vertragsstaaten, sowie die „erfolgreiche" Lobbyarbeit der industriellen Vertreter/innen. Aber auch nationalstaatliche Einzelentscheidungen wie das im Juli 2011 verabschiedete „Staatshaushalts-Sparpaket" der USA deuten auf eine Verschiebung der Klimapriorität von „gering" auf „äußerst gering". Im Jahr 2010 hat die Menschheit mehr des Treibhausgases CO2 als je zuvor in die Luft geblasen: 30,6 Milliarden Tonnen. Der Chefökonom der Internationalen Energieagentur IEA: „Die Hoffnung, die Klimaerwärmung auf zwei Grad begrenzen zu können, ist eine nette Utopie. Es wird extrem schwierig unter zwei Grad zu bleiben. Die Aussichten verfinstern sich."

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