Wasser weltweit
"There are substitutes for energy. You can replace oil or electricity with biofuels and renewables. Water has no substitutes." (Peter Gleick, Pacific Institute) 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser: Das ist die Gesamtmenge, die der Planet Erde enthält, nur ca. 2% davon sind jedoch Süßwasser. Und davon sind wiederum ca. 70% in Gletschern auf den Polen oder in den Bergen gebunden. Insgesamt befinden sich nur 0,007% der gesamten Wassermenge in für den Menschen zugänglichen Gebieten (Flüsse, Seen und oberflächennahes Grundwasser).
Wasser ist im Gegensatz zu Erdöl und anderen Rohstoffen eine unersetzliche Ressource, sie ist nicht erneuerbar. Wir könnten irgendwie überleben ohne Eisenerz oder Erdöl, aber ohne Wasser ist dies aussichtslos. Laut den Vereinten Nationen hat ein Mensch einen täglichen Wasserbedarf von mindestens 20-50 Litern zum trinken, kochen, waschen und sanitäre Anlagen. Mehr als ein Sechstel der Menschheit (894 Millionen Menschen) verfügen über weniger als diese Mindestmenge an sauberem Wasser. 2,5 Milliarden Personen mangelt es an Zugang zu sanitären Anlagen. Von den armutsbedingten Todesfällen sind Durchfallerkrankungen weltweit die Hauptursache, 88% davon gehen auf das Konto von mangelndem Zugang zu sauberem Wasser. In Afrika südlich der Sahara sind über die Hälfte der Krankenhausbetten allein für Erkrankungen belegt, die auf dem Mangel an Wasser oder dessen Qualität beruhen (alle Zahlen aus http://www.unwater.org/statistics_san.html). In Deutschland haben wir einen täglichen Wasserverbrauch von ca. 127 Litern (ohne „virtuelles Wasser", siehe unten).
Der globale Klimawandel, der ungleiche Zugang zu Land, immense Landkäufe aufstrebender neuer Industriestaaten und Unternehmen für steigende Konsumansprüche, die zunehmende Verstädterung - all dies sind Faktoren, die den globalen Wasserbedarf stetig steigen lassen. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert. Noch werden diese in ihrer Mehrzahl kooperativ ausgetragen, doch oft ist das Wasserthema mit anderen politischen Interessen verbunden oder wird zum As im Ärmel einflussreicher gesellschaftlicher Akteure und ihrer Machtspiele. Wasser ist unbestreitbar überlebenswichtig nicht nur für individuelle Menschen, sondern auch für wirtschaftliches Handeln. Wasser sorgt ja nicht nur unmittelbar für Ernährung, sondern ist auch Stromlieferant und, als „virtuelles Wasser" für die Konsumgüterproduktion essentiell.





