Millenniumsziel 1: Armut und Hunger bekämpfen

Im Vergleich zu 1990 soll bis 2015 der Anteil der Menschen halbiert werden, die in extremer Armut leben, d.h. deren Einkommen weniger als 1 Dollar pro Tag beträgt.

 

Im Vergleich zu 1990 soll bis 2015 der Anteil der hungernden Menschen weltweit halbiert werden. Von den 6,6 Milliarden Menschen weltweit steht ca. 1,2 Milliarden weniger als ein US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Sie gelten damit als extrem arm. Über die Hälfte der Weltbevölkerung hat weniger als zwei US-Dollar täglich zur Verfügung.  Armut wird in diesem Ziel vor allem als ein finanzielles Problem gesehen.

 

Aber Armut hat, abgesehen von dieser rein wirtschaftlich betrachteten „Ein-Dollar-Grenze“, viele Gesichter und Ursachen, die sich nicht allein an einem Mangel an Einkommen festmachen lassen. Dazu gehören unzureichende Beteiligungsmöglichkeiten am wirtschaftlichen und politischen Leben, Missachtung der Menschenrechte, mangelnde Bildungsmöglichkeiten, Flucht und Migration, Korruption oder der fehlende Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie z.B. Wasser und Boden. Dies sind wesentliche Faktoren, die über Lebensqualität entscheiden, ohne dass sie sich zwingend in einer Geldsumme ausdrücken lassen oder in direkter Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Geldmenge stehen. Umgekehrt kann man einkommensarm sein und trotzdem keinen Mangel leiden, sofern man in einem friedlichen, sozial gesunden Umfeld lebt mit freiem Zugang zu natürlichen Ressourcen und Bildung.

 

Die Welt hat bereits große Anstrengungen im Kampf gegen die Armut unternommen. Die Anzahl der in extremer Armut lebenden Menschen ging in den letzten fünf Jahren um schätzungsweise 130 Millionen zurück, jedoch gibt es enorme Unterschiede zwischen den Ländern. Während vor allem in China eine Reduktion extremer Armut erfolgte, nahmen Armut und Unterernährung im südlichen Afrika zu und konnten auch in Osteuropa und Zentralasien nicht vermindert werden. Auch zeigen sich große Unterschiede in der Armutsverteilung innerhalb der Länder. So ist die Armut innerhalb eines Landes oft in den ländlichen Gebieten höher als in den Städten. Im südlichen Afrika lebten im Jahr 2001 nach Angaben der Weltbank 46 % der Bevölkerung in extremer Armut, drei Viertel davon in ländlichen Gebieten.

 

Neben der Armutsbekämpfung widmet sich Ziel 1 insbesondere dem Kampf gegen den Hunger. Alle 3,6 Sekunden verhungert ein Mensch darunter sind viele Kinder unter fünf Jahren. Jeden Tag gehen mehr als 850 Millionen Menschen, davon 300 Millionen Kinder, hungrig schlafen. Von diesen Kindern ist nur ein kleiner Teil Opfer einer akuten Hungersnot. Mehr als 90% leiden an langfristiger Mangelernährung.

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