Talk-Runde zu Bioenergien in Schladen

Ziel des VEN-Projektes „Hunger für die Tankfüllung?" ist, globale Auswirkungen über die Folgen des Biomasseausbaus in die Öffentlichkeit und in den Dialog mit niedersächsischen Akteuren zu bringen. Unter diesem Vorzeichen stand auch die Veranstaltung am 26.2.10, die der VEN in Kooperation mit der Samtgemeinde Schladen im Dorfgemeinschaftshaus Schladen durchführte. Vorgestellt wurde das Bioenergiedorf Beuchte, Gewinner des Förderpreises „Energie vom Acker 2009", das mit Strom und Wärme aus Bioenergie versorgt wird. „Die kurzen Wege sind es, die das Dorf mit seiner Bioenergieversorgung so nachhaltig macht", erläuterte Landwirt von König aus Beuchte, der maßgeblich an der energetischen Dorfentwicklung beteiligt war. Und das steht im absoluten Gegenteil zu Biokraftstoffen, die in riesigen Monokulturen angebaut und über viele Kilometer aus Entwicklungs- und Schwellenländern zur Erfüllung der deutschen Biokraftstoffquote importiert werden. In der anschließenden Podiumsdiskussion waren neben Landwirt von König auch Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert, NABU-Vorstandmitglied Uwe Baumert, Wirtschaftsvertreter Bernd Jojade von Windwärts Energie GmbH und Uwe Becker von Brot für die Welt vertreten. Moderatorin Birgit Böhm von mensch & region führte die unterschiedlichen Standpunkte zum Lösungsansatz der Regionalisierung zusammen. „Man kann vor Ort sehen, wie die Pappeln wachsen, die einem im Winter die Wärme ins Haus bringen", so formulierte ein Teilnehmer, „und wenn es Engpässe gibt, werden die Menschen ihr Handeln verständnisvoll danach ausrichten, weil sie einen unmittelbaren Bezug vor Ort haben". Zwischen Vertretern aus Umwelt, Entwicklung, Wirtschaft und Kommune herrschte Einigkeit darüber, dass der Ausbau von Bioenergie auch negative Folgen für Umwelt und Mensch haben kann, wenn es um den Handel im großen Stil auf dem Weltmarkt geht. Der Schlüssel für eine effiziente und nachhaltige Nutzung - nicht nur für die Bioenergie - liegt in der Regionalisierung der Märkte. Das bestätigt auch Samtbürgermeister Andreas Memmert, der sich für einen Dialog ausspricht, der klärt, welche Flächen für welche Zwecke genutzt werden. „Verantwortung dafür, dass am anderen Ende der Welt Menschen hungern, weil Getreide in Treibstoffe umgewandelt werden, darf nicht nur Aufgabe von Brot die Welt sein", plädiert Uwe Becker, „sondern muss von jedem übernommen werden".

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