Handel und Entwicklung im Konflikt
Die Ziele werden auf der einen Seite als völkergemeinschaftliches Anliegen und globale Verantwortlichkeit dargestellt. Bei näherem Hinsehen fällt jedoch auf, dass für deren Umsetzung vor allem die Entwicklungsländer in Form von nachprüfbaren „nationalen Zielen“ verantwortlich sein sollen. Lediglich Ziel 8, in der die „globale Partnerschaft“ im Fokus steht, bezieht ausdrücklich die Industriestaaten mit ein. Jedoch gibt es dort im Gegensatz zu den sieben anderen Zielen, die sich an die Entwicklungsländer richten, weder überprüfbare Zeitziele, noch wird eine Berichterstattung verlangt.
Ist Armut Definitionssache?
Armut wird in den Millenniumszielen vor allem als ein ökonomisches Problem gesehen. Schon die 1 US$-Grenze pro Tag (inzwischen sind es 1,25 US$) als Definition für „absolute Armut“ reduziert die komplizierte Armutsproblematik auf eine rein finanzielle Seite. Politisches Machtgefälle, soziale Ungleichheit, Ungerechtigkeit in der Verteilung von Ressourcen und sozialer Sicherheit werden außer Acht gelassen . Das Grundproblem der ungleichen Verteilung wird konsequent umgangen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Halbierung der Armut allein durch erhöhte Investitionen beseitigt werden könnte.
Kriege und Konflikte mindern Entwicklungs-Chancen
Ein weiterer Anlass für Nachbesserungen aus Sicht vieler Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen und der Friedensbewegung ist das Fehlen der Kriegs- und Konfliktproblematik in den Millenniumszielen.
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Frauen brauchen Rechte!
Von Frauenorganisationen wird wiederholt kritisiert, dass in den Zielen keine verbrieften, einklagbaren Rechten für Frauen und Mädchen anvisiert werden. Der Schutz von Frauen reduziert sich lediglich auf die Schwangeren-Betreuung und die Grundschulbildung von Mädchen, ohne dass die Ziele weitergehende juristische und verfassungsrelevante Ansätze anstreben. Diese würden es Frauen ermöglichen, sich mit einer Klage z.B. gegen Gewalt innerhalb und außerhalb der Ehe zu wehren.
Globale Entwicklung braucht lokale Beteiligung
All diese Forderungen sollten in einem gesellschaftlichen Prozess unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft verstanden werden. Die politische Einflussnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen, z.B. Bürgerrechts- oder Umweltbewegungen, ist ein wichtiger Faktor im Regierungshandeln.




