agl

Mit dem Positionspapier "Menschen- und Arbeitsrechte schützen - verantwortliche Beschaffung" richtet das Fachforum Konsum, Produktion und Lieferketten der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt- Landesnetzwerke (agl) ihren Fokus auf die öffentliche Beschaffung auf Landesebene. Die öffentliche Beschaffung ist ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Entwicklung. Zum einen verfügt die öffentliche Hand mit einem Anteil von mindestens 16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes über einen wirksamen Hebel, um eine ökologisch und sozial verantwortliche Produktion voranzubringen. Zum anderen kommt der öffentlichen Hand eine Vorbildrolle für einen nachhaltigen privaten Konsum zu.

In einigen Produktbereichen zeigt sich bereits, dass der Markt auf die veränderte Nachfrage reagiert und sich die Lebens-und Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette konkret verbessern. Aus entwicklungspolitischer Perspektive hat die öffentliche Beschaffung in den letzten Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen, zuletzt durch das Zusammenführen von Umwelt und Entwicklung in den Globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG), darunter die Schaffung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster (SDG 12). Nach den UN - Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ist die öffentliche Beschaffung ein wichtiges Handlungsfeld bei der Verpflichtung des Staates, die Menschenrechte zu schützen.
 
Vor diesem Hintergrund ist die 2014 von der Europäischen Union angestoßene Vergaberechtsreform, die im Frühjahr 2016 in deutsches Recht umgesetzt wurde, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, da sie die nachhaltige öffentliche Beschaffung wirksam stärkt. Die Unterschwellen- vergabeordnung vom Februar 2017 wird zu Veränderungen der vergaberechtlichen Regelungen der Länder führen. Das vorliegende Positionspapier formuliert aus zivilgesellschaftlicher Perspektive Mindestanforderungen für die anstehenden Revisionen dervergaberechtlichen Regelungen auf Länderebene. Die entwicklungspolitischen Landesnetzwerke sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin bereit, konsequente Schritte der öffentlichen Hand in Richtung einer an anspruchsvollen Nachhaltigkeitsstandards orientierten öffentlichen Beschaffung konstruktiv zu unterstützen.
 
Das Positionspapier können Sie hier herunterladen. 

Weitere Informationen unter www.agl-einewelt.de

Veranstaltungen

08.12: Fachtag "Flucht und Migration. Neue Wege für Unterricht und Schulkultur"

Schulen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Im Kontext von Globalisierung, Flucht und Migration sind insbesondere auch Fragen eines guten Miteinanders in einer offenen, lokal wie global gerechten Gesellschaft in den Vordergrund gerückt.

9.12.2017: Film & Gespräch - Was hat Kolonialismus mit der heutigen Flucht aus Afrika zu tun?

Filmvorführung LUMUMBA von Raoul Peck

Im Anschluss Gespräch mit Dr. Médard Kabanda: „Was hat Kolonialismus mit der heutigen Flucht aus Afrika zu tun?“

Aktuell werden Fluchtursachen sowohl politisch als auch medial heiß diskutiert. Dabei kommt die historische Einordnung oftmals zu kurz.

Der Film Lumumba (2000) erzählt die Geschichte des kongolesischen Politikers Patrice Lumumba und rekonstruiert die politischen Umstände des unabhängig werdenden Kongos.

Im Anschluss des Films steht Dr. Médard Kabanda (Dozent, Politik- und Sozialwissenschaftler) für ein Gespräch zur Verfügung, in dem der zentralen Frage „Was hat europäischer Kolonialismus mit der heutigen Flucht von Afrikanern und Afrikanerinnen zu tun?“ nachgegangen wird.

Wann & Wo? 9.12.2017, 19:30 Uhr, Kino im Sprengel, Klaus-Müller-Kilian-Weg , 30167 Hannover

Eintritt: 5,00 Euro, erm. 2,50 Euro

 

Eine Veranstaltung des Eine-Welt-Promotor*innen-Programmes und dem Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e.V. (ADV Nord e.V.) in Kooperation mit dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V.

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